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Das Thema dieser Konferenz lautete: „Analyzing the hidden patterns of spiritual and sexual abuse among Catholic Women Religious“ (Analyse der versteckten Muster spirituellen und sexuellen Missbrauchs unter katholischen Ordensfrauen) und wurde von der Fakultät für Katholische Theologie in Regensburg organisiert.
Wir waren etwa 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt: u. a. aus Australien, Kalifornien, Deutschland, Italien, Südafrika, Polen, Simbabwe, Ungarn, Peru, Argentinien – und unsere Generalsekretärin aus den Niederlanden (mit Büro in Brüssel).
Es waren Psychologen, Psychiater, Juristen, Sozialarbeiter, Journalisten, Ordensleute und Laien sowie eine Gruppe von „Überlebenden” anwesend.
Es wurden viele Formen des Missbrauchs thematisiert, wobei deutlich wurde, dass jede Situation anders ist, insbesondere abhängig vom Umfeld, in dem sie stattfindet.
Geschlechtsspezifische Gewalt in religiösen Gemeinschaften wurde in den letzten zwanzig Jahren durch mehrere öffentliche Untersuchungen als globales Problem identifiziert, aber lange Zeit ignoriert. In letzter Zeit wurde den Erfahrungen von Ordensfrauen Aufmerksamkeit geschenkt, wobei ein erhebliches Ausmaß an sexuellem und spirituellem Missbrauch ans Licht gekommen ist, bei dem Ordensleute sowohl Opfer als auch Täter sind. Die Konferenz thematisierte die verborgenen Muster des Missbrauchs, indem sie das Phänomen des spirituellen und sexuellen Missbrauchs von Ordensangehörigen aus einer akademischen Perspektive diskutierte – eine Weltpremiere – und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen zusammenbrachte. Die Podiumsdiskussionen befassten sich mit Themen wie Ordensschwestern als Opfer und Täterinnen, spiritueller Missbrauch und systemische Faktoren.
Die erste Podiumsdiskussion befasste sich mit den Umständen, unter denen Missbrauch weiblicher Ordensangehöriger überhaupt diskutiert werden kann, und begann mit einem journalistischen und aktivistischen Ansatz zum Thema anhand des „Falls Rupnik“. Die zweite Podiumsdiskussion präsentierte die Ergebnisse zweier eingehender empirischer Studien, in denen weibliche Ordensangehörige zu ihren Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch in religiösen Gemeinschaften in Afrika und Deutschland befragt wurden. Das dritte Panel diskutierte Fragen im Zusammenhang mit religiösen und theologischen Traditionen und Genderaspekten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Thema spiritueller Missbrauch lag. Das vierte Panel befasste sich mit Verletzlichkeit und Schwachstellen in den Gemeinschaften aus einer systemischen Perspektive. Einer der Höhepunkte der Konferenz war das World Café im fünften Panel, in dem alle Kontinente vertreten waren. Das sechste Panel befasste sich schließlich mit dem bisher in diesem Zusammenhang vernachlässigten Thema Kolonialismus und widmete sich anschließend Themen für eine zukünftige umfassende Untersuchung, die hoffentlich 2027 stattfinden wird.
Es waren sehr heiße (leider gab es in der Aula keine Klimaanlage) und anstrengende (dort gab es auch kein Mikrofon) Tage, die unter anderem von Prof. Ute Leimgruber und Dr. Barbara Haslbeck perfekt organisiert wurden.
Am Ende haben wir uns herzlich voneinander verabschiedet, in dem Bewusstsein, dass dies kein Endpunkt ist!

 

Sie sprachen fast dieselbe Sprache: unsere Generalsekretärin aus den Niederlanden und der Teilnehmer aus Südafrika!